Advent, Advent, der Gedanke brennt

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Aufgewachsen in einer anderen Kultur konnte ich bis zum letzten Jahr mit Advent nichts anfangen. Der letzte Winter war leider zu kalt und trostlos, dass wir beschlossen, nicht lange auf Weihnachten zu warten und jeden Sonntag ein bisschen zu feiern. Und uns zu besinnen (sorry, bald Unwort des Monats ;)) Allah sollte wohl nichts dagegen haben, wenn man aufs Kalenderjahr zurückblickt, Schlüsse zieht und sich für alles bedankt.
Die diesjährige Adventszeit beginne ich mit gemischten Gefühlen und vielen Gedanken, die ich in diesem Blog festhalten will. Seit vorgestern lese ich bei meinen ukrainischen Freunden Meinungen zu Demonstrationen. Vor langer Zeit war ich auch an diesem Platz in Kiew. Die Vorstellung, dass da nun Blut vergossen wird, ist grausam. Meine bisher eher nicht emotionalen Bekannten fragen in Twitter: wie kann man in dem Land leben, wo Gewalt gegen eigenes Volk (Studenten, Schüler, Frauen..) ausgeübt wird, das friedlich protestiert?

Heute zu Mittag war ich die Augenzeugin, als ein Mann direkt vor Bremer Hauptbahnhof ein Fahrrad zu klauen versuchte. Ich wusste nicht, ob ich die Polizei schnell anrufe oder das Sicherheitspersonal vom Bahnhof hole. Zu meinem Glück waren auch die anderen von der Dreistigkeit entsetzt, paar Männer gingen aktiv auf den Dieb zu. Er schrie was und lief weg. Diese zwei Ereignisse sind sicherlich nicht zu vergleichen, aber brachte mir genug Denkstoff. Dankbarkeit, dass man gegen etwas sein darf und dass man beim Angesicht von Verbrechen nicht gleichgültig weiter läuft.

An diesem Advent denkt man auch an die Nähe des Todes. Der Autounfall vom amerikanischen Schauspieler Paul Walker diskutierte nicht nur das Handelsblatt, aber auch die Verkäufer in der Bäckerei, wo ich sonntags hingehe. Gestern Nacht wurden wir zufällig Augenzeugen eines Unfalls im Bremer Stadtteil Vahr: mehrere Autos, mehrere Verletzte. Das Auto beim Stoß flog offenbar in die Leitplanke, wo weitere Autos auf der Gegenfahrspur getroffen wurden. Kein gutes Gefühl vorm Schlafen gehen. Danke fürs Leben.

Um den Blogbeitrag nicht so traurig zu beenden, erzähle ich über die gestrige Last Chance, einen doch kalorienhaltigen Adventskalender zu besorgen. Wir sind in den Hypermarkt „einmal hin, alles drin“ um 20:20 Uhr gefahren. Wochen davor standen da unzählige Regale mit Adventskalender. Gestern war nur ein Regal mit insgesamt sechs Schoko-Kalender drin. Ich musste über gute Konjunktur und fröhliches Konsumverhalten hier im Lande freuen. Egal, wie alles in der Welt schlimm ist, Vorweihnachtszeit ist eine wundervolle Zeit :)

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