Nicht ohne Ersatzteile

2013-08-28 20.05.36
(c) zhreibt, August 2013 in einem Innenhof des Bremer Stadtteils Vahr

Zu Weihnachten kauft man Geschenke – Elektronik, Haushaltsgeräte oder auch Möbelstücke. Mein Tipp für alle: stellen Sie sicher, dass Ersatzteile dafür später zu finden sind. Sie betreffen jedes Produkt. Sobald das Produkt mindestens aus zwei Bauteilen besteht. Nach Natur- und sonstigem Gesetz hello, Murphy! geht ein Teil davon immer kaputt. Der Sprecher des gleichnamigen BVL-Themenkreises Herr Dr. Recknagel hat an einer Sitzung das Ersatzteilmanagement prägnant definiert: „Wir sind im Grunde genommen ein Defekt“. Defekte sind nicht gut, egal für wen – für einen privaten Haushalt oder für ein Produktionsunternehmen. Sie stören den normalen Ablauf.

Nach meiner Meinung erlebt heute das Ersatzteil-Geschäft in den Medien ein Comeback. Auf einmal ist die teure und stressige Ersatzteilversorgung spannender geworden! Ein Auslöser könnten 3D-Drucker sein, die (fast jedem) Produktionsunternehmen erlauben (werden), fehlende Teile kostengünstiger und schneller zu bekommen. Das ist die neue Technologie, die die Zukunft der Ersatzteile prägen wird. Da wir in der BVL eine Schwäche zu Trends und ihre Strategien in der Logistik haben, werden auch Tendenzen in der Ersatzteillogistik beleuchtet. Eine Gelegenheit dafür wäre das Forum Ersatzteillogistik, das am 13. März 2014 in Nürnberg stattfindet. Gestern kamen die gedruckten Programmflyer per Post, so konnte ich ganz „old school“ einzelne Vorträge durchgehen. Unter 3D-Druck, RFID in der Luftfahrt und die ganze Nachmittagssequenz zum Automotive!

Die Hightech-Industrie (z.B. Carl Zeiss) ist auch dabei. Dazu habe ich neulich eine Studie gelesen, die arvato zusammen mit dem Deloitte weltweit durchgeführt hat. 25 Hightechfirmen wurden zu den aktuellen und künftigen Prioritäten ihrer Aftermarketlogistik gefragt. Die Hauptbotschaft aller Stimmen: Aftermarket wird zum strategisch wichtigen Unterscheidungsmerkmal im Wettbewerb. Ferner sind andere wichtigen Ergebnisse der Befragung:

  • Man neigt zum Austausch oder Ersatz anstelle der Reparaturarbeiten. Die Gründe dafür sind sinkende Produktpreise für Verbraucherelektronik und steigende Transportkosten bei Reparaturen.
  • Social Media macht sich sichtbar. Die First-Level-Supportaufgaben werden zunehmend auf Benutzercommunitys, Facebook oder Twitter übertragen. Interessant fand ich auch die Erkenntnis zum geänderten Verbraucherverhalten: Da die Leute ihre Geräte intensiv nutzen, sind sie davon hoch abhängig. Daher haben Retouren- und Reparaturprozesse eine größere Dringlichkeit für die Endnutzer. Das kann ich nur bestätigen 🙂
  • Weltweite Ersatzteilversorgung ist keine leichte Aufgabe. Dabei stehen Kosteneinsparungen nicht als wichtigstes Ziel aller Aftersales-Strategien wie in den vergangenen Jahren, sondern rückt die Kundenzufriedenheit in Fokus.
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