Im Rausch der Selfies

Am gestrigen Abend las ich einen Artikel in der „Economist“ zum Wort des Jahres 2013. Zusammengefasst: diverse Institutionen erstellen ihr eigenes Ranking. Der Wörterbuchverlag Merriam-Webster analysierte, zum Beispiel, die Häufigkeit der Online-Anfragen und stellte den „boring“ Triumpf von science (deutsch – Wissenschaft) fest.  Oxford University Press krönte wiederum das Wort „selfie“. Diese Wahl kann ich auch unterstützen. Nach dem top (logistischen) Wort des Jahres „Big Data“ ist Selfie für mich der stolze Zweite. Das prominenteste Selfie ist wohl von der dänischen Ministerpräsidentin Helle Thorning-Schmidt:

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Quelle: The Telegraph

Aber nicht nur Staatchefs. Das Schöne an Selfies ist es doch, dass absolut jeder sie machen kann, sobald ein Smartphone und einen Account in Social Media vorhanden sind. Gerade (3. Januar 2014, 13:03) ergab die Suche in instagram 67 259 998 Treffer. Das Wort trifft den Geist der heutigen Zeit:

  • Man lebt und bewegt sich schneller. Es bleibt keine Zeit für aufwändige Foto-Aufnahmen.
  • Man verbringt mehr Zeit allein (mit mobilen Geräten und der 24/7-Webpräsenz), so dass niemand ihn ablichten kann.
  • Man wird egoistischer (das englische Wort „selfish“ passt hier besser :) – mehr, mehr Selbstporträts. Neue Technologien machen es leichter. Da muss man nicht wie der junge Hundertwasser warten, bis das Bild fertig wird:

hundertwasser

Quelle: (c) zhreibt in irgendeinem Buch abfotografiert

Mehr zum lustigen Thema:

1) Bruce Kasanoff, einer der populären LinkedIn-Autoren, schlägt vor, Selfies auf den Handys der Freunden aufzunehmen. Wozu? Die Antwort ist hier.

2) Selfies setzen den Trend. Es kommen die Shelvies (Regalschnappschüsse)! Dazu hier (danke, Hermann Assmann, für den Link!)

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