Familienunternehmen

„Hey Brother, do you still believe in one another?“ (aus aktuellen Charts)

zhreibt_zhalgassova_dvdDokumentar-Filme am Wochenende, (c) zhreibt, Januar 2014.

Auf meiner Wunschliste 2014 steht der Besuch einer Veranstaltung für deutsche Familienunternehmen. Dortiges Publikum würde ich gern befragen, wie es so ist, mit engen Verwandten eine Firma zu führen. Mit jedem angesehenen Teil der Handelsblatt-Serie zu deutschen Dynastien kristallisiert für mich eine Formel des Familiengeschäfts heraus: je stärker der Umsatz, desto schwächer die Familienbindung. Am Wochenende waren drei Kurzfilme an der Reihe:

1) Die Haribo-Saga, Siegeszug eines Goldbären (WDR)
2) Die Bahlsen-Brüder: Zwei, die sich auf den Keks gehen (Handelsblatt)
3) Die Dasslers: Adidas gegen Puma (Handelsblatt)

Haribo steht für „Hans Riegel Bonn“. Herr Riegel gründete das Unternehmen und erfand den „tanzenden Bären“. Nach seinem Tod übernahmen zwei Söhne die Führung der Süßwarenfirma. Interessant fand ich die Aufteilung der Aufgaben zwischen zwei Söhne: einer war für die Produktion zuständig, der andere – für Marketing und Öffentlichkeitsarbeit. Eine klare Linie zwischen Aufgabenbereichen sorgte nach meiner Meinung für erfolgreiche Zusammenarbeit. Im Film fehlte mir jedoch Entstehungsgeschichten anderer Haribo-Produkte und Strategien der Markterschließung. Es wurde den ersten ISO-Container, beladen mit Gummibärchen, in den USA gezeigt und ein Haribo-Museum in Frankreich kurz dargestellt. Leider fand ich es zu wenig zur Internationalisierung des deutschen Brands.

Der Film zu Bahlsens war in jeder Hinsicht interessant. Kekse aus Hannover waren mindestens einmal auf jedem deutschen Tisch. Wenn nicht die Leibniz-Kekse, dann Pick up! oder Salzstangen sind in aller Munde 🙂 Es sind wieder zwei Brüder, zwei Geschäftsführer, die später das Unternehmen zweigeteilt haben. Die „süße“ Sparte blieb Bahlsen, das Snack-Geschäft wurde „Lorenz“. So heißt einer der Brüder beim Vornamen, der nun den „salzigen“ Teil leitet. Der Film thematisiert viele kritischen Fragen: ab wann soll man externe Manager ins Familiengeschäft holen? Wie bringt man neue Produkte (Pick up! ist die teuerste Marketing-Kampagne der Firma) auf den Markt? Am meisten war ich vom Mut beeindruckt, wie Lorenz Bahlsen einen neuen Namen für bekannte Snacks gegeben hat. „Do what you want“.

Die Familiengeschichte von Dasslers kennen viele. Der Kurzfilm geht in Details der Streit und erklärt in 45 Minuten, wie ein kleiner Herzogenaurach zur Sport-Hauptstadt wurde. Oder ist nun Nike der Marktführer?.. In der Zeit von Konflikten in der Familie Dassler wurde ein neuer Gegner geboren. Ist es nicht immer so: interne Konflikte halten die Aufmerksamkeit von der Außenwelt ab. Zusammengefasst gibt der Film einen guten Einblick in die deutsche Geschichte und ins Sport-Marketing.

Advertisements

Ich freue mich auf jedes Feedback!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s