Lean Management in tschechischen Lägern

Es ist zwar zwei Wochen her, aber ich möchte trotzdem über die letzten Arbeitskreissitzungen „Roll-out von Lean Management in Lägern“ erzählen. Es waren insgesamt zwei Treffen, beide im nahen Ausland. Die erste Sitzung (eher Stehveranstaltung: wer den Infomarkt kennt, wird verstehen) fand in Pilsen bei UTI statt. Zum zweiten Treffen durften wir bei Loxxess in Bor zu Gast sein.

zhreibt_pilsenWorkshops sind oft in Form von Infomärkten: bequemes Schuhwerk ist ein Muss, Pilsen, März 2014.

Orte
Kurz vor meiner Reise wurde ich oft zu Pilsen angesprochen. Da Bier nicht mein Spezialgebiet ist, konnte ich nur so viel zum Pilsener Urquell sagen: In der Werbung gesehen, als ich mal den Fernseher hatte (vor 9 Jahren?). Die Stadt Plzeň ist mit fast 170.000 Einwohnern relativ klein und industriell geprägt. Nah zur Stadtmitte gibt es ein Stahlwerk, dessen Türme von überall zu sehen sind. Für lokale Wirtschaft sorgt auch das Skoda-Werk.

zhreibt_pilsen_stahlwerkBlick aus dem Hotelzimmer in Pilsen, März 2014

Natürlich stand die Brauereibesichtigung auf dem Abendprogramm. Was ich während der fast einstündigen Führung erfuhr:

  • Der erste Braumeister, der im Grunde genommen die Pilsener Brauereien zu einer zusammengeführt hat, war ein Deutscher. So viel zum tschechischen Bier.
  • Heute gehört die Brauerei zum südafrikanischen Konzern SABMiller. Es ist interessant mal in ihr Portfolio reinzuschauen. Viele Biermarken gehören zum Konzern, von denen man es nicht sofort annehmen würde.
  • Bier besteht nur aus drei Hauptzutaten: Wasser, Malz und Hopfen. Und deswegen so ein Milliarden-Geschäft? 
  • Alkohol entsteht durch Gärung vom Zucker aus Gersten.

zhreibt_pilsener_urquellBierkeller im Pilsener Urquell, März 2014

Die Stadt Bor konnten wir nicht besuchen, da der Loxxess-Logistikzentrum direkt an der Autobahn E50 liegt. CTA-Park oder Prim Zone auf Tschechisch begrüßte uns mit dort ansässigen vielen deutschen Unternehmen, die die Nähe zur Grenze nutzen.

Arbeitskreis
Dies war das vorletzte Treffen des Arbeitskreises, der offiziell mit der Publikation der Ergebnisse auf dem 31. Deutschen Logistik-Kongress im Oktober 2014 endet. „Wer nicht weiter weiß, macht einen Arbeitskreis“, sagte Professor Furmans in einer Pause, was das Thema Lean Warehousing sicherlich nicht betrifft. 2010 – 2012 lief die Arbeit der ersten BVL-Gruppe von Lean Management in Lägern, welche sich mit grundlegenden Fragestellungen befasste. Nach DVV-Media wurde die Arbeitskreispublikation zum Bestseller. Da Lean ein kontinuierlicher Prozess ist, kam der Wunsch, die erarbeiteten Erkenntnisse in Fläche auszuweiten. Nicht nur an deutschen Lagerstandorten, sondern auch in Osteuropa, USA oder China. Es war und ist ein Lernprozess für alle Teilnehmer, die aus der Industrie und der Logistikdienstleistung kommen. Im letzten Jahr diskutierten wir, wie das Ausrollen beginnt, mit welchem Tempo es geht, welche Methoden für diverse Standorte unter Berücksichtigung regionaler Kontexte am besten sind, usw. Dieses Mal berichteten die Teilnehmer über den aktuellen Status vom Roll-out, über ihre Erfahrungen und Erkenntnisse.

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Arbeitskreissitzungen bei UTI und Loxxess, März 2014

Mein Fazit:
Ich versuche, nicht vieles vom Arbeitskreis rauszuplaudern, um die Spannung vor der Buch-Veröffentlichung zu halten und somit den zweiten Tel wieder zum Bestseller zu führen ;) Eines möchte ich aber loswerden: die größte Herausforderung im Lean Management bleibt es, die Awareness unter den Betroffenen zu gewinnen. Wie kann ich jemanden überzeugen, dass es ihm gut tun wird, seine Prozesse kritisch zu prüfen und zu ändern? Gewaltiger Anteil der Zeit und Energie nimmt die Überzeugungsarbeit. Lean ist ein Teil vom Change Management und das letzte ist oft schmerzhaft. wir Menschen sind Gewohnheitstiere Zum Glück gibt es verschiedene Wege zum Lean. Persönlich würde ich den Prozess mit Gewichtsabnahme vergleichen. Tausende Varianten von Sport und Diät stehen zur Verfügung, jedes kann zum Ziel bringen, wenn es bewusst (Ziel ist klar und „internalisiert“) und kontinuierlich praktiziert wird. Um fit zu bleiben, darf man in seinen alten Lebensstil nicht zurückfallen. Somit ist es ein lebenslanger Prozess. Erst dann bleibt man LEAN.

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Ein Gedanke zu “Lean Management in tschechischen Lägern

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