Mobilität der Generation Y

Vor paar Jahren fragte mich ein älterer Berliner Herausgeber zur Mobilität. Geht’s mal zurück nach Hause? Dabei erzählte er über seine Geschwister, die nach jahrelangem Aufenthalt in verschiedenen Ländern anschließend in die Heimat zurückkehrten. Zurück zu Wurzeln sei bei dieser Generation wohl weitverbretiet.

Die jungen Leute von heute scheinen mir im Gegenteil überhaupt nicht wegfahren zu wollen, zumindest nicht für Job und Karriere. Auslandssemester und Praktika sind noch in Ordnung, aber langfristig gibt es bitte kein Leben ohne „Schwarzes Brot“. Viele von Cosmopolitans, die ich während des Studiums kennenlernen durfte, leben und arbeiten jetzt an Orten, von denen das Elternhaus mit Auto maximal eine Stunde entfernt ist. Karriere ist gut, Karriereerfolge mit Familie und Freunde teilen zu können ist besser. Das ist die Praxis, die ich bei ehemaligen beruflichen Globetrotter beobachten kann.

Meine These unterstützend sehe ich oft Studien und Umfragen. Die Beratungsfirma Ernst und Young (bei deren Junior Berater in den ersten Berufsmonaten witzigerweise keine zweite Seite der Work-Life-Balance existiert 😉 ) befragte neulich knapp 4.300 Studenten in Deutschland, was für sie im Leben wichtig ist. Die Ergebsnisse sehen folgendermaßen aus:
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Einen Artikel zur Umfrage verfasste auch die Welt.

Hoher Lebensstandard und das Geselsschaftsmotto „Yes, you can“ machten junge Berufstätige meiner Meinung nach mutiger als ihre Eltern oder Großeltern. Sie können sich es leisten: yes, we can go abroad, and yes, we can also reject a job offer abroad. Keine Karriere um jeden Preis! Die Auswirkung des Lebensstandards auf die Bereitschaft wegzufahren sehe ich nun bei meinen Freunden in Moskau. Arbeiten im Ausland kommt für viele gar nicht in Frage. Europa sei alt und langweilig, USA – weit weg und oberflächlich. Das Leben spielt jetzt in ihrer Metropole. Genug Geld können sie in Russland verdienen. Ähnliches solllte wohl auch bei wohlhabenden Chinesen vorkommen, die früher gern auswanderten.

Spannende Änderungen in der Gesellschaft. Auf dem Deutschen Logistik-Kongress arbeite ich an der Fachsequenz für berufliche Mobilität. Was bei Young Professionals nach Überzeugungsarbeit noch gehen würde, würde bei Kollegen mit Kindern gar nicht gehen. Da wird es noch spannender. Aber das ist das Thema für einen anderen Blog.

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2 Gedanken zu “Mobilität der Generation Y

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