Forum Kostensenkung, Teil 2

Letzte Woche war das Forum Kostensenkung in Hamburg. Davon brachte ich viele Eindrücke und Impressionen mit, die ich nun in mehreren Teilen zusammenfasse. Den ersten Teil über Forumsthema finden Sie hier.

Heute spreche ich über Redner und ihre Themen. Wie wir bei der BVL abkürzen, sind REFs ohne Zweifel der Kernpunkt jeder Tagung. People’s business – und genau im Programm erscheinende „People“ ziehen andere „People“, die Teilnehmer, deutlich stärker als beispielhaft eine gute Location an. In Hamburg hatten wir Glück mit beiden Faktoren. Der Campus von Kühne Universität in der Hafencity ist ein helles Gebäude mit modernen und komfortablen Räumlichkeiten. Das Audimaxx in Form von einem Ei sorgt jedesmal für ein Wow-Effekt bei Besuchern.

Supergeil: auch Logistik

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Lars Siebel, EDEKA Hamburg

Jeder vierte Euro für Lebensmittel in Deutschland wird in Edeka-Filialen ausgegeben (Quelle). Dieses Fakt macht den Terminkalender von Herrn Lars Siebel, dem Leiter vom Bereich Großhandelslogistik, geradezu voll. Es steht Einiges auf der Agenda der „Einkaufsgenossenschaft der Kolonialwarenhändler“ (E.d.K. – E-de-ka). Herr Siebel witzelte am Anfang seines Vortrags, er kämpfe zur Zeit gegen die alte Denkweise „Geld wird im Einkauf verdient und in der Logistik ausgegeben“. Kosten bei der Edeka-Logistik werden durch aktive Technisierung der Prozesse sowie durch straffes Distributionsnetzwerk erzielt. Wird Edeka Käseschnitte über Online-Shop verkaufen? Was ist mit Kosten für den eigenen Fuhrpark? Viele Fragen und ausführliche Antworten von Herrn Siebel machten einen dynamischen Start des Forums möglich.

Schnell, schneller, Lear: Zeit als kritischer Faktor

Jan-Peter Wimmer, Lear Corporation
Jan-Peter Wimmer, Lear Corporation

Wer im Leben Langweile hat, der soll beim 1st-Tier-Supplier (also, die ersten Zulieferer in der Kette) von Daimler einsteigen. Langweile haben diese „Arbeitstiere“ am Bremer Werk nicht. Lear Corporation produziert und liefert im Just-in-Sequence-Verfahren von bis zu 1.600 Sitzgarnituren (vordere und hintere Sitze) am Tag bei der Variantenvielfalt von 406.400! Ich vertippte nicht: vierhunderttausend. Nach vier Stunden seit dem gesendeten Abruf möchte der OEM seine Sitze in richtiger Reihenfolge auf seinem Band haben. Wie man bei diesem Zeitdruck auch noch Kosten im Blick behält, erzählte Jan-Peter Wimmer aus der dispositiven Abteilung des amerikanischen Sitzherstellers. Sollten Sie demnächst für Ihr neues Mercedes der C-Klasse einen rosafarbigen Ledersitz mit Streifen aus Swarowski-Steinen bestellen, denken Sie bitte kurz an die Logistiker von Lear. Sie bringen ihnen vielmehr Spaß und keine Langweile ins Leben 🙂

Anbieter und Anwender im Dialog
Auf meiner jetzigen Lieblingsplattform twitter nervt mich ständig promotete Werbung von Softwareanbieter. Da möchte ich ihre Kunden gern direkt ins Gesicht fragen: Na, bringt’s was? Dieses Wunschschema konnte ich ein Stück im Forum erfüllen lassen. Wir luden die bedeutenden Marktspieler diverser Bereiche – Warehousing, Transportplanung oder Personaleinsatz ein und boten sie im fast-Twitter-Tempo (5 Minuten pro Vortrag) über das Besondere an ihrem Produkt zu sprechen. Natürlich in Bezug auf Kostenoptimierung. Gern hätte ich dabei getwittert, aber die Dynamik der Reden war so hoch, dass ich mich kaum im iPhone versinken konnte.

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Systemanbieter (v.l.) Peter Rohde (inconso), Max Neff (ATOSS) und Andreas Kick (4flow) in der Diskussion

Im zweiten Teil des Dialogs kamen die Kunden mit einem Erfahrungsbericht.

Feedback von Kunden: (v.l.) Frank Göbels (IWL), Axel Podubrin (Hoyer Mineralöl Logistik) und Karsten Ploog (Still)
Feedback von Kunden: (v.l.) Frank Göbels (IWL), Axel Podubrin (Hoyer Mineralöl Logistik) und Karsten Ploog (Still)

Es waren spannende Feedback-Reden. Da inhaltliche  Details nur den Forums-Teilnehmer zur Verfügung stehen (wer noch die Mediathek nicht gescheckt hat, bitte es nicht vergessen, da ist alles akkurat abgelegt 😉 ), kann ich über Kosteneinsparungen nicht ausführlicher schreiben. Gute Nachricht dennoch: es gibt sie! Von Herrn Podubrin lernte ich auch eine Bezeichnung von Fixkosten, bei der jedem Kind klar wird, was gemeint ist: „Sowieso-Kosten“. Diese Kosten sind schwer zu beeinflussen, aber variable Kosten bieten ein großes Spielfeld. Das bestätigten insgesamt sechs Vorträge und lebhafte Diskussion nach jeder Runde.

Ice-Breaking Fotowand
Da war ich von Fragen von einem Teilnehmer des Forums so begeistert, dass ich ihn nachher dazu anmailte (*facepalm*). Finden konnte ich ihn über die Polaroid-Fotowand. Eigentlich diente die Fotowand für ein leichteres Netzwerken und nicht für die „Fan-Mails“, aber ich konnte mich nicht stoppen (*facepalm2*).

Eisbrecher-Wand
Eisbrecher-Wand beim Entstehen

Man konnte auf einem Blick fast alle Teilnehmer und ihre Interessenfelder sehen. Später nutzte man dieses Wissen beim interaktiven Workshop „Cost Cutting Tables“. Warum und wie Tische die Kosten schneiden, erfahren Sie im nächsten Teil.

Danke fürs Lesen.

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2 Gedanken zu “Forum Kostensenkung, Teil 2

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