Take-Home Message vom Deutschen Logistik-Kongress 2014

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Public Speaking kann man aber trainieren. Beim regelmäßigen Praktizieren.

Ich muss zugeben, dass ich auf dem Deutschen Logistik-Kongress mein großes Hobby betrieb. Ich spreche gern vor dem Publikum und analysiere auch mit Leidenschaft die Reden von anderen: Körpersprache, Struktur der Rede und Sprache (Füllwörter sind meine Lieblinge!). Letzte Woche stoß ich an physischen und räumlichen Grenzen und konnte „nur“ 25 Reden in Haupt- und Fachsequenzen in Berlin hören. Aufbau von Online-Handel in Deutschland, Transportmanagement, Personal-Mobilität, neue Technologien, Beschaffung und Startups – viele Themen aus verschiedenen Sichten. Erstaunlicherweise kamen bei den Vorträgen oft immer die gleichen Problemstellungen, die ich in diesem Blog-Beitrag zusammenschreibe.

1) Datenmanagement

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Datenmanagement bleibt kritisch

Stammdaten, Stammdaten, Stammdaten – je schlechter ihre Qualität, desto niedriger ist die Chance, bestehende Probleme zu lösen. Ohne klares Bild erfolgt keine klare Analyse. Dabei sollte es nicht um viele Datenarten gehen. Systematische Datenerfassung is „all you need“.

2) Ohne IT – keine Zukunft

Entwicklung der IT (c) Kai Bublitz / BVL
Entwicklung der IT (c) Kai Bublitz / BVL

Sobald in Unternehmen Prozesse halbwegs stehen und halbwegs konsequent laufen, wird die Frage nach passender IT-Unterstützung kommen. Es betrifft alle: Großkonzerne mit Tausenden Transportabwicklungen am Tag oder die KMU mit zwei Lager im Umkreis von 15 km. Man wird mit Technologie einfach schneller und transparenter. Für Handel ist es umso kritischer, wenn verschiedene Vertriebskanäle in einem Warenwirtschaftssystem zusammengeführt werden. Die verwöhnten Kunden springen von einem Kanal zum anderen, von Online- zum stationären Geschäft, und erwarten, dass die Logistik genauso schnell mitzieht. Oder Bestandsmanagement bei erhöhter Anzahl von Teilen. Wer kann Meldungen über Unterschreitungen des Sicherheitsbestands von 10.000 Teilen besser verschicken als der Computer? (vorausgesetzt, der Punkt „Datenpflege“ ist erfüllt 🙂 ).

3) People’s Business

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Persönlicher Kontakt ist immer noch A und O

Die schlauen IT-Systemen und Roboter der vierten Generation können keinen Menschen ersetzen. Er sitzt schließlich hinter jedem System und drückt auf den Knopf. Daher ist es wichtig, die Kommunikation zwischen Menschen korrekt zu führen. Wir sind im Grunde genommen gar nicht rational. Meistens entscheidet Zwischenmenschliches. Sei es die Integration der Vorlieferanten in der Wertschöpfungskette oder Lieferantengespräche über die Umstellung auf Cross-Docking-Verfahren. Menschen machen Geschäfte mit Menschen, nicht mit Konzernen oder Systemen. Ein noch wichtiger Punkt in diesem Zusammenhang ist die Angst vor Änderungen. Urmenschlich, sitzt sie in uns leider tief. Bei jeder Prozess- oder Strukturänderung soll diese Angst als Erstes den Leuten genommen werden. Am besten bei persönlicher Ansprache.

4) Geschäftsphilosophie

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First Mover oder Follower? (c) Kai Bublitz / BVL

Auf dem Kongress sah ich zwei Philosophien:
1) es ist gut, in einem Geschäft als First Mover Sachen neu zu erfinden und Themen proaktiv zu besetzen (z.B. Online-Shops vor Jahren ausbauen und nicht jetzt wenn E-Commerce fast „Business as usual“ ist);
2) es ist auch gut, abzuwarten, bevor sich andere ins Neue wagen und ihre Lessons Learned mitliefern. Es gibt keine neuen oder einzigartigen Probleme. Jemand auf der Welt hat bereits Fehler gemacht, vor denen Sie gerade stehen. Es lohnt sich nur diese Leute zu finden und zu befragen. Ist es eine subtile Werbung für DLK15? 

Fazit

Logistik ist spannend. Früher nur als Teilfunktion der Betriebswirtschaft ist nun die Logistik, die Value für Unternehmen bringt. (nach Startups-Track spreche ich noch agressiver Denglisch: welche Value Proposition?, wollen wir pitchen?,  carriers sind Schuld! 🙂 )
Der Markt hat dennoch mit vielen Gegensätzen zu kämpfen. Lokal und nicht in Low-Cost-Countries beschaffen (hallo, Umwelt!), aber die Margen doch höher haben. Fail. Innerstädtischen Transport entlassen, aber Bestellungen bitte Same Day, am besten sofort. Infrastruktur sanieren, aber bitte keine Staus auf Autobahnen. Und…und…
Logistik bleibt spannend.

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