The World in 2015

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Das Titelbild von „The World in 2015“

Das Ende von 2014 naht und es häufen sich Prognosen fürs kommende Jahr. Empfehlenswert finde ich den Jahresausblick von „The Economist“, der in kommenden Wochen erscheint. „The World in“ sammelt Antworten führender Experten der Politik, Wirtschaft und Kultur auf die Kernfrage „Was könnte 2015 kommen?“.

Bis alle Beiträge redaktionell geprüft und technisch umgesetzt werden, steht die App mit Review-Artikeln kostenfrei zur Verfügung (hier klicken). Ein Artikel da gewann sofort meine Aufmerksamkeit. Der Titel beschreibt, was ich seit der Krim-Krise über Geopolitik denke: „The Nationalism is Back“. Geschrieben wurde er von Gideon Rachman, dem Chief-Kolumnisten für Außenbeziehungen bei „Financial Times“.

Gideon Rachman in Davos (c) Wikipedia

Nach ihm wird die internationale Kooperation im nächsten Jahr komplizierter. Einzelne seiner Thesen möchte ich hervorheben:

1) Desillusion
Der Grund für wachsenden Nationalismus könnte kumulierte Enttäuschung der Massen über politische und Business Elite sein, die durch mäßige Wirtschaftsentwicklung verstärkt wird. Der Zündstoff unterscheidet sich natürlich je Region. Europa sei müde von hoher Migration. Russland vermisse den Status der Super Power aus sowjetischer Zeit. In Asien eskaliere sich die Lage aufgrund geänderten „balance of power“ zwischen China und Südkorea (beide sehen Japan kritischer als sonst). Die USA neige für aggressivere und militarisierte Außenpolitik aufgrund des Wachstums vom Islamischen Staat.

2) Welche Zeichen des Nationalismus erwartet man in einzelnen Regionen?
Ich konzentriere mich im Folgenden auf Europa.

  • In Großbritannien ist ein Wahljahr, die von der United Kingdom Independence Party (Ukip, sorry kein Link von mir auf die Rechtspopulisten) gewonnen werden könnte. Die Partei würde dann den Exit aus der EU weiter forcieren (zum Nachlesen bitte auf taz).
  • In Deutschland sieht Herr Rachman die wachsende Gefahr in der „Alternative für Deutschland“. Nicht nur er.
  • In Frankreich finden 2015 die Departements- und Regionalwahlen statt sowie das Präsidentschaftsrennen 2017 beginnt. Die Wahrscheinlichkeit sei groß, dass Marine Le Pen, Chefin des rechtspopulistischen „Front National“, in die Stichwahl einziehen würde. Die französische Wirtschaft geht dazu weiter bergab.

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    EU-Kritikerin Marine Le Pen (c) dpa
  • Am meisten wird Europa der russische Nationalismus beschäftigen. Keine weiß noch, ob Wladimir Putin die Nationalismus-Welle weiter treibt (welche „…he has helped to create“) und die Situation mit der Ukraine sowie baltischen Staaten verschärft.
  • Zusammengefasst wird die EU im Jahre 2015 sich damit befassen, die Wege aus der Wirtschaftskrise intern abzustimmen und sich in der Russland-Politik zu einigen. Russland wird sich verstärkter abgrenzen. Demnach wird es UN schwieriger, in allen Fragen von Mittleren Osten bis zum Klimaschutz einen Konsens zwischen Staaten zu finden.
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