Trendkongress von Bitkom

Station Berlin ist eine alte Bahnhofshalle
Station Berlin ist eine alte Bahnhofshalle

Am Dienstag war in Berlin zum Trendkongress von BITKOM. Den Verband kenne ich gut: der BVL-Kongress hat in seiner Konzeptgruppe BITKOM-Vertreter, die Impulse aus der Hightech-Branche fürs Programm geben. Persönlich nutze ich BITKOM als sichere Quelle für Statistiken rund um Digitalisierung.

Ich war fast an allen Kongressthemen interessiert (außer IP-Telefonie und Mobile Payment). Feel my pain! – ich wäre überall mit dabei gewesen. Die Keynotes am Vormittag waren eher zur Bedeutung der Digitalisierung für die Gesellschaft und Industrie. Der BITKOM-Präsident Dr. Kempf (DATEV) meinte, wir (die Kongressteilnehmer) seien Botschafter der Digitalisierung und sollen sie weitertreiben. Die Bundesbildungsministerin Prof. Wanka unterstreichte später diese These und sprach über Informatik als Pflichtfach in Schulen. Ich bin ohnehin eine verfleischte Fan der digitalen Welt, daher ging ich eher Fachsequenzen hören. Drei Programmpunkte möchte ich heute näher beschreiben: Diskussion zur IT in der Automobil-Branche, Startups und die Keynote von Twitter-Chef Deutschlands.

1) IT meets Automotive
Das war eine Diskussionsrunde über künftige Trends in der Nutzung von Autos. Auf dem Panel waren die Vertreter von Audi, Tesla und Google. BMW war auch angekündigt, aber der Speaker kam nicht. So war die Balance of Power ein Stück gebrochen. Die „alten“ OEMs versuchen ihre Lieferantenketten zu optimieren und eigene Fertigungstiefe zu minimieren („… Automobilhersteller sind die Mega-Integrator“), um die Margen aufrechtzuerhalten. Die „neuen“ OEMs (Google bald auch, OMG!) versuchen die Emotionalität vom Autofahren wegzunehmen. Knöpfe, Lenker, cooler Sound? – wozu das ganze teure Stück? Tesla verspricht Autos ohne Knöpfe und viel intelligente Software drin. Google stellt nur die Funktion eines Autos „Transport von A nach B“ in den Mittelpunkt und rät Kunden vom teuren Autokauf ab. Das war spannend.

2) Startups
Es gab eine Ausstellungsfläche und sogar eine kleine Bühne in Form einer Arena nur für jünge Unternehmer.

Anmoderation vom Innovators`Pitch
Anmoderation vom Innovators`Pitch

Der Pitch von Startups war in zwei Bereichen aufgeteilt: B2B und B2C. Ich konnte nur den ersten Teil anschauen. 3 Minuten pro Vortrag und 5 Minuten für die Fragen der Jury. 180 Sekunden sind echt wenig Zeit. Entweder soll man schneller sprechen oder nur das Wichtigste erzählen (was auch das Ziel war). Es gab bei einem in der Logistik bekannten Startup die dritte Möglichkeit: ein 2:30 Min langes Video laufen lassen 🙂 Ein anderes Geschäftsmodell beeindruckte mich sehr, dazu kommt ein Extra-Blog.

3) Keynote von Twitter
Thomas de Buhr, der Chef von Twitter in Deutschland seit August 2014, erklärte das Geschäftskonzept noch einmal klipp und klar. Auf der Plattform vernetzen sich die Leute nach Interessen. Keine ehemaligen Studienkollegen oder Tante mütterlicherseits – ich folge nur jemanden, der für mich relevante Inhalte liefert. Ich habe diesen Gedanken sofort getwittert:

Nicht, dass das BITKOM-Publikum von Twitter keine Ahnung gehabt hätte (die Fragenden nach dem Vortrag stellten sich mit Twitter-Namen vor!), aber diese Erklärung vom Chef selbst fand ich irgendwie sympathisch.

Diese Tugend benötigt man, um Fragen beim Hauptvortrag zu stellen
Diese Tugend benötigt man, um Fragen beim Hauptvortrag zu stellen

Die Fragerunde mit Themen – promotete Tweets oder B2B – fing spannend an, aber später verließ Mut die Reihen von bereits müden Teilnehmer.

Noch weitere Denkanstöße konnte man auf vielen Tracks bekommen. Nur die Zeiten für aktuelle Themen – bitte nicht in der Mittagszeit! – wären gern anders gewesen, ansonsten fühlte man sich ein wenig verlassen von Buffet-Gänger:

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Einsame erste Reihen

Insgesamt fand ich die Atmosphäre des Kongresses sehr locker: Blicke der 90% Besucher vergraben in ihren Devices, eine Flasche der BIO-Limonade im anderen Hand und keine ausgedruckten Programmhefte belasteten die Umwelt. Ich trank zum ersten Mal auf einer Business Konferenz den nicht-fruchtigen Smoothie (Gurken und Wasser rule!) und sah den 3D-Drucker in Betrieb. Am Ende des Tages bedankte ich mich über Twitter bei Organisatoren für die gute Arbeit und fuhr nicht-digital nach Hause zurück.

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