Mars One

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Letzte Woche las ich auf Medium einen Artikel zum Projekt „Mars One“, welcher mich noch lange beschäftigte. Bisher hatte ich kein Interesse an dieser Initiative, nur ab und zu las ich die Schlagzeilen dazu in den Nachrichten. Ich stellte mir grob vor, dass dies ein NASA Zukunftsprojekt wäre, welches mit breiter medialer Unterstützung Freiwillige sucht. Und das diese Menschen durch einen harten Aufnahmetest müssen und danach noch zehn Jahren lang auf die „One Way“-Reise vorbereitet werden. In Wirklichkeit aber hat die NASA mit diesem Projekt nichts zu tun!

Mars One ist eine private Stiftung, geführt vom niederländischen Unternehmer Bas Lansdorp (38). Er hat das Ziel, bis zum Jahre 2025 Leute auf dem Mars landen zu lassen und dort eine Siedlung zu errichten. Es sollen 40 Hobby-Astronauten sein, die in diesem Jahr ausgewählt werden.

Dr. Joseph Roche, ein Assistenzprofessor an der Trinity College’s School of Education in Dublin mit dem Doktortitel in der Physik und Astrophysik, ist ein Kandidat aus der Shortlist von 100 Freiwilligen. Er bewarb sich aus Neugier und kam überraschend weiter. Im Medium-Artikel erzählte er interessante Fakten zum Projekt:

1) In den Medien solle wohl berichtet worden sein, dass die Anzahl der Bewerbungen knapp 200.000 sei. Nach Roche waren es aber tatsächlich nur 2.761. Es beruhigte mich ein wenig, dass es doch nicht so viele Menschen waren, die dem Mars zuliebe ihre Familien verlassen und sich buchstäblich in Luft auflösen.

2) Roche erzählt, dass die Top-100-Kandidaten „netterweise“ gefragt wurden, für das Projekt zu spenden. Für jede Spende bekommt man Punkte, um sich für eine weitere Auswahlrunde zu qualifizieren. Wenn kein Spendenwunsch vorhanden ist, kann man auch Merchandise-Artikel kaufen: T-Shirts, Pullover oder Plakate. „Very strange“ für das Projekt, dessen Realisierung knapp sechs Milliarden US-Dollar kostet.

3) Das allgemeine Medieninteresse sollen sich die Kandidaten ebenfalls zunutze machen: „If you are offered payment for an interview then feel free to accept it.“ Dabei sollen 75% vom Honorar an die Organisatoren von Mars One gehen.

4) Der Auswahlprozess scheint auch spannend zu sein. Bis dato bestand er aus einem schriftlich ausgefüllten Fragebogen, einem Bewerbungsvideo, welches die Kandidaten auf der Stiftungs-Homepage hochladen sollten und einer medizinischen Untersuchung beim Hausarzt. Ja, den Arzt durften die Kandidaten selbst aussuchen. Roche hatte anschließend noch ein 10-minutiges Skype-Interview mit dem Chefarzt des Projekts, in dem er allgemeine Fragen zum Mars und zur Mission beantworten sollte. Die Beispielfragen bekamen die Kandidaten einen Monat vorher zur Vorbereitung zugeschickt. Roche hat bis heute keinen aus der Projektjury persönlich getroffen.

5) Endemol, das Fernsehproduktionsunternehmen aus Holland, zog sich aus dem „Mars One“ im Februar zurück. Nun hat die Mission keinen medialen Partner mehr. „Advisors“ verlassen langsam auch den Mars. Gerard ’t Hooft, der Nobelpreisträger, schätzt, dass ca. 100 Jahre der Vorbereitung nötig wären, um diese Menschen auf den Mars zu bringen und da leben zu lassen. Nicht 10 Jahre, wie die Mission verspricht.

Das Fazit vom Medium-Artikel lautet: „Mars One has almost no money. Mars One has no contracts with private aerospace suppliers who are building technology for future deep-space missions. Mars One has no TV production partner. Mars One has no publicly known investment partnerships with major brands. Mars One has no plans for a training facility where its candidates would prepare themselves. Mars One’s candidates have been vetted by a single person, in a 10-minute Skype interview.“

Uns bleibt daher nichts übrig, als abzuwarten und Kaffee (mit Mars-Schokoriegeln) zu trinken.

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