Expo Hannover vs. Expo Astana: The Day After?

Expo 2000
Letzte Woche war ich auf einer BITKOM-Veranstaltung im Rahmen der CeBIT in Hannover. Sie fand im „Peppermint Pavillion“ statt, welcher vor 15 Jahren der belgische Pavillon auf der Expo war. Aufgrund der komplett belegten Parkplätze vor dem Pavillon mussten wir ein Stück über das Messegelände laufen. Dabei sahen wir weitere Expo-2000-Pavillons, die ein deutlich schlechteres Schicksal hatten.

Die Pavillons von Spanien, Litauen und den Niederlanden stehen heute leer und hinterlassen einen deprimierenden Eindruck. Gefühlt verfällt der ehemalige Pavillon Spaniens am meisten, sieht trostlos und verlassen aus.

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Spanischer Pavillon ist heruntergekommen.
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Litauischer Pavillon ist ungenutzt.
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Keine Tulpen mehr im leer stehenden Pavillon von den Niederlanden, Quelle

Der Spiegel verfasste im letzten Jahr einen Artikel „Was wurde eigentlich aus der Expo 2000?“ und ergänzte ihn mit beachtlicher Bilderstrecke. Vor zehn Jahren solle die Betreibergesellschaft berichtet haben, dass 85% der Flächen weitergenutzt wurden. Diese nachträgliche Nutzung sei die größte aller Weltausstellungen gewesen. Leider konnte ich diese Zahl nicht verifizieren.
Die weitere Nutzung der Expo-Flächen ist eine schwierige Aufgabe. Während meiner Recherche zu vergangenen Weltausstellungen stieß ich auf viele Berichte, z.B. von der Expo in Shanghai 2010, die diese These unterstützen. Nichts ist beständiger, als der Zerfall von Expo-Gebäuden.

Expo 2017
In zwei Jahren ist die nächste Expo. Dieses Mal findet sie in meiner Heimatstadt – Astana (Kasachstan) statt. Die Einzelheiten der Vorbereitung auf die Weltmesse erfahre ich daher direkt von der Familie und Freunden. Die kasachische Expo soll groß werden. Es wurde eine staatliche Gesellschaft gegründet, die den Messebau auf der eigenen Webseite „construction of the century“ nennt. Wie bei vielen Image-Projekten kommt der kasachische Staat ohne Superlativen nicht aus. Natürlich würde mich nun interessieren, wie die für 5 Millionen (laut dem Vorsitzendenden von Astana EXPO-2017 – 2 Millionen) ausgerichteten Messe-Bauten nach 2017 weitergenutzt werden sollen. Das Land hat 16 Millionen Einwohner und Astana – nicht mal eine Million Menschen. Die geplanten Kosten des Projekts beliefen sich im Jahr 2012, als Astana sich gegen die belgische Stadt Lüttich beim Bureau International des Expositions in Paris durchsetzte, auf 1,25 Mrd. Euro (belgisches Budget sah 600 Mio. Euro vor). Seit dieser Zeit sank der Ölpreis, eine der Hauptquellen des rohstoffabhängigen Kasachstans, deutlich. Es bleibt also spannend.

Bis zum 10. Juni 2017, dem offiziellen Beginn der dreimonatigen Messe, dürfen kasachische Schüler weiter die Aufsätze zur nationalen Bedeutung der Expo schreiben und staatliche Medien über die wachsende Rolle Kasachstans im Weltgeschehen berichten.

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