Value Chain Management von Mars

Emotionen

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Baby Monitor „Mimo“, Quelle

Was haben die frisch gewordenen Eltern und die Besitzer von Haustieren gemeinsam? Liebe zu ihren Kleinen und viel Unsicherheit. Manchmal sogar „a deep-seated level of insecurity that they’re doing something wrong“, laut Tech-Seite „re/code“. Babys und Haustiere können nicht aussprechen, ob sich die Kleidung an ihrer Haut gut anfühlt oder das Essen schmeckt. Gegen diese Unsicherheit hilft Geld. Eltern und Tierbesitzer kaufen daher teure (als qualitativ hochwertig angenommene) Brands für ihre Liebsten, um sich sicherer und besser zu fühlen.

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Business Units von Mars Incorporated

Bei Mars Petcare, die ich am Tag der Logistik besuchte, wurde mir diese Emotionalität der Mensch-Tier-Beziehungen klar. Der Gründer des Lebensmittelkonzerns – Forrest Mars wählte für sein Produktionsportfolio genau die Produkte aus, die starke Emotionen wecken, in diesem Fall Tierfutter und Schokolade. Der Mensch kümmert sich um sein Tier, das als Freund gesehen wird. Die „Familienvorstände“ kaufen Schokolade für die ganze Familie aus Liebe und Fürsorge.

Value Chain 
Ich mag es, die Unternehmen zu besuchen. Bei Gesprächen vor Ort bekommt man vielmehr mit: diese Halbtöne, die nicht auf der Unternehmens-Webseite oder in der Presse stehen. Der Konzern hat sehr viele weltbekannte Marken, deren Umsatz bereits im Einzelnen über eine Milliarde Euro beträgt. Interessant fand ich, dass sich die Familie Mars in vierter Generation aus der Öffentlichkeit zurückgezogen hat. Ihre Markenprodukte haben wohl genug Aufmerksamkeit. Das Supply Chain Management von Mars ist ähnlich organisiert, wie bei vielen Lebensmittelherstellern: Inhouse-Logistik sorgt für störungsfreie Produktion, alles andere ist an die 4PL outgesorced. Der Rohstoffeinkauf wird von einem globalen Office verwaltet. Die Wertschöpfung findet zum größten Teil auch innerhalb des Konzerns statt. Beeindruckend sind die Kooperationsbemühungen von Mars. „Agenda 2017“ heißt das Strategie-Programm, welches 2007 vom neu gekommenen Mars-Kundenlogistikchef Romald Heuvelmanns ins Leben gerufen wurde. Die Strategie beinhaltet einzelne Projekte für mehr Zusammenarbeit mit Kunden, Konkurrenten und Dienstleistern. Warum sollen stets halbleere LKW zu den Handelsfilialen fahren? Warum bündeln konkurrierende Nahrungsmittelhersteller ihre Lieferungen nicht? „Der Wettbewerb findet im Regal statt“. Beim Transport ist es egal, ob der LKW Ferrero und Mars zusammen fährt. Dadurch können die Kosten und innerstädtische Transportvolumen reduziert werden. Ein weiterer Fokus der Agenda 2017 ist die Echtzeit-Supply-Chain (Herr Heuvelmanns betonte mehrmals, dass es nicht die Supply, sondern Value Chain sei).

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Modell von Smart.NRW, Quelle: „Kooperationspotenziale und Logistik“, Mars Deutschland, 2015.

Das Projekt „Smart.NRW“ stattet ausgewählte Verpackungen von Mars mit der RFID-Technologie aus. Anschließend werden die Informationen von bestimmten Lesepunkten entlang der Kette an die zentrale Datenbank gesendet. So bekommt man mit, welche Produkte an welchem Ort in welchem Zustand sind. Feine Sache. So würden beispielsweise am Tag der Tage für den Handel, dem Gründonnerstag, keine Regallücken entstehen. In diesem Sinne: auf zu mehr Kooperationen. Das wünscht vielleicht auch der Kater Al Capone im Mars-Pet Center, wo über 300 Tiere die besten Zutaten für Whiskas aussuchen.

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Bewohner vom Pet Center
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