Ist Wiesenhof ein Tierquälerei-Betrieb? Teil 1

Wer weiter nicht lesen mag: Nein.

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Wiesenhof als Hauptsponsor von Werder Bremen

Shit storming, bashing – die Kraft der sozialen Medien
Vor vielen Jahren trank ich eine frisch gekaufte Müllermilch neben dem Supermarkt und traf zufällig eine Bekannte, die mir nach einer kurzen Plauderei ironisch vorwarf, das Produkt von einem „NPD-Unterstützer“ zu konsumieren. Da mich die Sache nicht sonderlich interessierte, suchte ich nicht weiter nach Beweisen (später wurde es über eine Anti-Theo-Müller-Kampagne bekannt). Seitdem zögerte ich aber unbewusst bei den Müller-Molkereiprodukten. Eine Art Nachgeschmack hatten sie für mich.

Eine ähnliche ungewollte Meinungsbildung erlebte ich vor drei Jahren in Bremen. Mein Wunsch in der Stadt eines Bundesligisten zu leben wurde erfüllt (da kannte ich die Bundesliga-Nebeneffekte wie überfüllte Bahnhöfe und alkoholisierte Luft im öffentlichen Verkehr noch nicht!). An Wochenenden genoss ich die grün-weiß angekleidete Stadt, verfolgte aber eher desinteressiert das Werder-Sponsoring-Drama mit Wiesenhof in den sozialen Medien. „Geld kauft Moral“. Wenn ich dann die Wiesenhof-Produkte in den Regalen sah, dachte ich immer an diesen Skandal. „Wir haben geahnt, dass ein Wiesenhof-Bashing kommen könnte“ sagte der Marketing-Leiter von Werder Bremen, Oliver Rau, auf der Veranstaltung vom Wirtschafsrat der CDU an diesem Dienstag. Nach Einladung von Peter Wesjohann, dem Vorstandsvorsitzenden von Wiesenhof, besuchten rund fünfzig Mitglieder den Schlachterei-Betrieb in Lohne bei Oldenburg und hatten anschließend einen Diskussionsabend zu Marken „Wiesenhof“ und „Werder Bremen“ im Weserstadion.

Betriebsbesichtigung
Vor dieser Besichtigung habe ich mich über die PHW-Gruppe, wozu auch Wiesenhof gehört, und über ihren Chef kurz informiert. Peter Wesjohann leitet die Unternehmensgruppe, die jährlich mehr als 240 Millionen Hühner auf den Markt liefert. Das Unternehmen sei „eines der verschwiegensten“ im Land. Nach der fast 6-stündigen Begegnung mit Herrn Wesjohann kann ich das nicht bestätigen. Alle meinen Fragen von der Tierhaltung bis zu gängigen Fleischpackungsgrößen wurden ausführlich beantwortet. Die Besichtigung in Lohne begann mit einem Vortrag. Schon in der Mitte wurde Herr Wesjohann mit Fragen unterbrochen: Was ist mit Antibiotika? Was ist mit der Haltung der Tiere in engen Räumen? Viele haben diverse Reportagen aus den Zuchtbetrieben gesehen. Keiner war allerdings selbst dort. „Es ist sehr schwierig, auf der Sachebene bei diesen Fragen zu bleiben. Daher lade ich alle zu unseren Betrieben ein, damit sie sich eine eigene Meinung bilden können“. Auf der Suche nach eigener Meinung besuchten wir zuerst den Aussichtsraum, von wo aus fast alle Produktionshallen zu sehen waren. Zu diesem Zeitpunkt waren wir schon in einer Ganzkörper-Spezialkleidung, Hände und Füße desinfiziert. Mehrmals. So sind die Hygiene-Vorschriften. Bei der Schlachterei muss man sich wohl keine romantischen Illusionen machen: es geht um indistrielle Verarbeitung der Lebewesen. Die lebenden Tiere werden mit LKW angeliefert, danach in eine Kammer gefahren, wo langsam die Luft entzogen wird. Die Hühner schlafen dadurch ein. Ein maschinell sauberer Schnitt in die Halsschlagader, dann werden die toten Tiere weiterverarbeitet. Nach meinen Erfahrungen auf den Bauernhöfen in Russland und Kasachstan würde ich das in Lohne gesehene (Verzeihung für den Ausdruck) fast „einen privilegierten Tod“ nennen. Vielleicht auch einen reinen – die Produktionsstätten waren sehr sauber. Wo findet dann von den Medien versprochene „Tierquälerei“ statt? Ich war neugierig.

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2 Gedanken zu “Ist Wiesenhof ein Tierquälerei-Betrieb? Teil 1

  1. Mullermilch gehört boykottiert, wegen NPD, wegen Homophobie, wegen Sexismus (klischeehafte auf den Körper reduzierende Frauenbilder) und wegen Tierquälerei.
    Sowieso oft Muttermilch von Kühen klauen Tierquälerei, allein schon Gefangenschaft von Unschuldigen…. Das ist ungerecht. Tiere sind nicht unser Eigentum.
    Wir verdienen unsere Freiheit nicht, wenn wir sie anderen klauen…
    Außerdem ist es absurd, als Mensch die Muttermilch einer anderen Spezies zu trinken…. Erst recht immer Erwachsenenalter. Abend sowieso ist es grausam. Kühe werden als Gebärmaschinen missbraucht, um dauerhaft Milch zu geben, immer wieder zwangsbesamt, die Kinder nimmt man den Müttern ziemlich schnell weg… Schrecklich… Die Kleinen werden als Kalbfleisch verkauft, oder erleiden das selbe Schicksal wie ihre Mütter und Väter, alle unschuldig in Gefangenschaft…
    Nur weil der Mensch mal auf die Idee kam, manche Tierarten gefangen zu nehmen, und gefangen zu halten – bis heute.wegen Profit, Geld oder Geschmack.
    Was erdreistet sich der Mensch, anderen Lebewesen ihre Freiheit zu klauen…. Sie auszubeuten.. Wie Ware zu behandeln….
    Nur ‚weil es schmeckt ‚…

    Allein schon das Unterteilen der Tierarten ist diskriminierend.
    Die einen streicheln,die anderen einsperren und töten.

    Speziesismus ist das selbe wie Rassismus, nur bei Tieren.

    ……..egal ob Hund, Schwein, schwarz, weiß, männlich, weiblich, wir alle teilen diesen Planeten….. Wir alle sind fühlende Lebewesen………..

    “Wer mit der einen Hand einen Hund krault und sich mit der anderen ein Schweine-Schnitzel in den Mund schiebt, entspricht dem shizophrenen Idealbild “

    Bei Hundefleisch oder Katzen schwängern um Katzen(mutter)milch und Kinder klauen würde jeder empört aufschreien.
    Bei Kühen ist das ja ’normal’…. Tzzzzzzz….

    Die meisten folgen blind gesellschaftlichen Normen, Traditionen, etc… Ohne eigenständig zu denken. Die meisten sind so unachtsam und hinterfragen nich was sie täglich so tun und für normal halten.
    Normal heißt nicht gut.
    P.S. Alle außer der Reihe tanzenden… Seid gegrüßt…. Immer schön neben der Spur bleiben, ne….Guckt mal auf aufstehen & widersetzen bei fb

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