KW43: Podcasts und Bots

1)  Diese Woche kam ich auf einen „Lifehack“, wie man mehr Podcasts in die wenigen Hörstunden reinbekommt. Jetzt höre ich die Audioaufnahmen mit einem erhöhten Tempo, mindestens x 1,15. Natürlich war es ungewöhnlich, die bekannten Podcaster schnell reden zu hören, aber Change ist ja nur am Anfang schwer 😉

2) Am interessantesten fand ich diese Woche das Interview mit dem ehemaligen Redeschreiber von Barack Obama. Peter Kafka von „Recode Media“ sprach mit Jon Favreau, der inzwischen auch Hillary Clinton bei ihren Reden unterstützt. Favreau ist der erste Speechwriter an der Obamas Seite. Davor lenkte Barack externe Hilfe ab und verfasste alles selbst. Nach Favreau führte Obama als erster US-Präsident den gesprächigen Redestil ein (conversational speech). Nicht mehr als 15 Minuten Redezeit empfiehlt Favreau jedem Vortragenden, damit seine Botschaften bei den Zuhörern ankommen. Eine Rede für den Präsidenten hat seine Besonderheiten: nur geprüfte Fakten; fast jeder Satz soll „zitierfähig“ sein und natürlich keine Kriege verursachen. Ich höre immer wieder, wie man von den „abgelesenen Reden“ müde wäre. Hochrangige Redner haben meistens keine andere Wahl, als festgeschriebene Reden zu halten („total scripted“). Humor können sie sich auch nicht jeden Tag erlauben, da sie sich schließlich nicht selbst, sondern ihr Land repräsentieren. Fast am Ende seiner Amtszeit ist Obama lockerer geworden und erlaubt sich viel Improvisation und Anekdoten zwischendurch. Jetzt möchte ich den Redeschreiber von Michelle Obama kennenlernen. Zurzeit leistet er, vielleicht eher sie, einen hervorragenden Job.

3) Diese Woche erschütterte mich eine lokale Nachricht über den Park meines Vertrauens, wo ich regelmäßig, auch in späten Stunden, laufe. Ein geisteskranker Mann lief dort Amok und verletzte vier Personen. Am Abend des Geschehens fand ich kaum offizielle Meldungen (Bild.de zählt nicht) und schaute den Twitter-Feed durch (ja, seine Credibility ist auf einem Niveau wie die Bild-Zeitung). Das bereute ich im Nachgang: es gab unzählige Tweets zur „Lügenpresse“, die angeblich die Identität des Verbrechers fälschten. Natürlich wär er ein Flüchtling oder ein IS-Kämpfer gewesen! Heute berichten alle über die Gefahr der Social Bots, die tonnenweise Meldungen raushauen und für die Stimmungsbildung sorgen. Aus meiner Sicht ist eine größere Gefahr nicht dort, sondern in echten Twitter-Accounts. Mir fehlt auch die Lösung, wie man diese Seite der „Meinungsvielfalt“ ändern könnte. Keine große Aufmerksamkeit zu schenken wäre der vielleicht erste Schritt.

Schönes Wochenende und nicht vergessen:

zhreibt_kant

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