Verdammte Ökos: Unser Weg, den Planeten zu retten

Früher
Vor über zehn Jahren schlenderte ich durch Osnabrück, frisch angekommen als Austauschstudentin, und sah belustigt gelbe Säcke auf den Straßen an. (In Kasachstan gab es so was nicht.) Ich fand es gut, dass Müll getrennt wird, und witzig, dass jeder sehen konnte, was in den Haushalten gegessen oder mit welchen Putzmitteln sie gereinigt wurden.

Jetzt
Heute sehe ich am Abholtag doppelt so viel gelbe Säcke draußen stehen. Berge davon. Das beunruhigt mich – wohin mit diesem ganzen Müll? Am letzten Sommer hatten mein Mann und ich es satt, den gelben Sack daheim so schnell befüllt zu sehen. Einen Monat lang schrieben wir jede Verpackung auf, die im Sack landete. (Unser Tipp: lieber vorher alles aufschreiben statt später den Sack zu leeren, um den Inhalt zu analysieren!) Seitdem haben wir einiges umgestellt. Wir kaufen zum Beispiel keinen Joghurt, verzichten auf die Plastiktüten für Obst und Gemüse und wählen „verpackungsärmere“ Lebensmittel.

Handeln
Vor dem Neujahr drehten wir das Motivationsvideo „Worauf wartest du?“ und stellten uns diese Frage auch in Bezug auf Müll und überhaupt auf den Umweltschutz. Trotz unserer Bemühungen wuchs der gelbe Sack weiterhin schnell. Worauf warten wir? Bestimmt nicht bis die Hersteller ihre Verpackungen umdenken, bis die (Welt-) Regierungen ihre korrektiven Maßnahmen einleiten oder bis auf ein Wunder, dass sich die anderen in ihrer „Hauptsache bequem!“-Mentalität ändern. Wir fingen bei uns an: klein, aber sofort.

Tipps für Haushalt
Heute möchte ich Euch einen Überblick geben, was wir bereits umgestellt haben.

allgemein

Mehrweg-Kaffeebecher von Jan
  1. LED-Lampen
  2. Kein Standby-Modus bei Elektronikgeräten
  3. Wäsche draußen trocknen
  4. Mehrweg-Kaffeebecher für To-Go
  5. Anzahl der Putzmittel reduzieren
    Es reicht vollkommen ein Universalreiniger für Bad und WC. Die vorhandenen Flaschen mit Backofenreiniger, Method-Holzreiniger oder Oberflächenreiniger mit der Gurkenduft (extra bestellt aus den USA, oh Gott), Entkalker, Laminatbodenkonzentrat etc. brauchen wir zu Ende auf und ersetzen diese nicht.

Küche

Gemüsenetze findet man inzwischen in vielen Supermarktketten
  1. Wiederverwendbare Backunterlage anstatt Backpapier
  2. Stoffbeutel und Transportkiste für Lebensmitteleinkäufe
  3. Brötchen in Brötchentüten einfrieren
  4. Getränke in Mehrwegflaschen
  5. Keine Joghurtbecher
  6. Minimal TK-Gemüse
  7. Gemüsenetze anstatt Plastiktüten oder verpacktes Gemüse
    In der Regel sorgt die Natur für die Verpackung ;)
  8. Baumwoll-Wischlappen anstatt Küchenpapier
  9. Leitungswasser anstatt PET-Flaschen
  10. Eierkarton mehrfach verwenden und Eier lose kaufen
  11. Saucen in Glasflaschen

Hygiene

Bambus als Alternative zur Plastik
  1. Wattestäbchen aus Bambus
  2. Holzzahnbürste
  3. Festes Shampoo (verpackt in Papier)
  4. Duschseife (verpackt in Papier)
  5. Keine Wattepads
  6. Keine neue Schminke kaufen und das Vorhandene aufbrauchen
    Ich habe früher High-End-Lidschatten und Lippenstifte gesammelt! Im Frühling 2017 habe ich wegen Allergie die Kosmetikprodukte im Wert von ca. 1.200 Euro entsorgt (=sehr viel Plastik). Diese Summe würde ich seitdem nie in Make-up investieren, sondern eher spenden. #blastfromthepast

Wir sind weiterhin auf dem Weg zu „Zero Waste“. Viele Sachen ändern wir immer noch nicht aus Bequemlichkeit, Gewohnheit oder Trägheit. Der Anfang ist aber gemacht. Es klingt schon klischeehaft, aber ich möchte Euch vom ganzen Herzen ermutigen, mitzumachen. Wenn jeder von uns etwas ändert, dann können wir gemeinsam vieles ändern.

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