Gelesen Q1/2019

Vielleicht mache ich ab jetzt monatliche Buchreviews, ansonsten werden die Posts überdimensional lang. Die durchschnitliche Aufmerksamkeitsspanne hält das nicht aus!

Margarete Stokowski, Untenrum frei

Schon lange habe ich von diesem Buch gehört, das „Das Standardwerk des heutigen Feminismus“ sein sollte. Was kann ich sagen: das stimmt.
Zwischen Weihnachten und Neujahr kam es per Post. Ich begab mich in „Binge reading“ und endete am ersten Januar. Witzig, traurig, klar, optimistisch. Margarete Stokowski ist eine starke Stimme unserer Zeit.

Jehan Sadat, Ich bin eine Frau aus Ägypten

Jan brachte mir diese Autobiographie aus der Bibliothek mit. Das Buch solle im Regal „Starke Frauen“ gelegen sein. In den nächsten Tagen verschwand ich in der Neugeschichte Ägyptens, googelte gefühlt alles zum Israel-Palästina-Konflikt und erfuhr unglaublich viel über die Islamische Revolution im Iran. Diese und viele andere Ereignisse spielen sich im Buch ab. Man erlebt sie aus der Sicht der First Lady Jehan Sadat, der zweiten Ehefrau von Anwar el-Sadat. Ich machte mir auch Notizen zur damaligen ägyptischen Kultur und Mentalität. Sollte sich der fränkische Frühling vespäten, tippe ich diese hier rein.

Ha Jin, Ein freies Leben

Ein ruhiges Buch, reich an Einblicke in das Leben der chinesischen Migranten in den USA. Eine junge chinesische Familie bleibt nach dem Studium dort und versucht, zwischen „Wurzeln nicht vergessen“ und „Neue Freiheit geniessen“ zu balancieren. Der Hauptdarsteller kämpft den ganzen Roman lang dafür, in die Poesie wieder einzusteigen. (Mach es einfach!) Er ist aber erschöpft von seinem Tagesjob als Koch oder vom Selbstzweifel, dass er im Englischen nicht gut genug ist oder dass sein Leben kein Drama oder poetische Lyrik mehr liefert?.. Das könntet Ihr für Euch beantworten, sollte Ihr das Buch lesen.

Cynthia McLeod, Folge deinem Herzen

Der Romanname ist ein Kitsch. Den wollte ich aber haben, aber auch mehr über die Sklaverei in Surinam erfahren. Cynthia McLeod, die Tochter vom ersten surinamischen Präsidenten, veröffentlichte dieses Buch vor 22 Jahren unter dem Originalnamen „Ma Rochelle Passée Welkom El Dorado“ (Niederländisch). Ich schaffte nur bis zur Hälfte des Buches und war am Ende froh, als freier Mensch geboren zu sein. Schätzt bitte diesen Luxus und den, dass Ihr dieser (süß-naiv-romatischen) Lektüre nicht begegnet seid.

Marie Benedict, Frau Einstein

Es stimmt: hinter jedem erfolgreichen Mann versteckt sich eine Frau, die nicht nur seine Hemden für die Erfolgsfeier bügelt, sondern auch wichtige Impulse liefert. So auch Mileva Maric, die erste Eherfrau von Albert Einstein. Unbekannt, in Armut gestorben, war einer der klügsten Köpfe des letzten Jahrhunderts (verschiedene Quellen, die ich in Rage durchgestöbert habe). Lesenswert, wenn aber auch schmerzhaft, da ich der Hauptfigur sehr sympathisierte. Schon schade, dass die Verkaufszahlen mit dem Titel „Frau (Insert name of one famous man)“ besser werden, ohwohl die Frauen ihre eigenen Namen haben und alles Nötige dazu, um auf dem Titel alleine zu stehen.

Gillian Flynn, Gone Girl

Der Film versetzte mich im Oktober 2014 schon in Schrecken. Die Hauptfigur ist zum Tode schlau, böse und gleichzeitig liebenswürdig. Das Buch wirkt natürlich noch stärker: in Form eines Tagesbuchs der Protagonistin und ihres Mannes. Nicht vor dem Schlafengehen lesen! Oder wenn Ihr daheim allein seid.

Tara Mohr, Playing Big

Ich habe das Buch empfohlen bekommen. Es geht um eine andere Sichtweise auf die Dinge: mutiger, frecher, gelassener. Eine abschließende Zusammenfassung folgt, da ich noch einige Übungen an mir teste. Bisher: abonniert auch das Newsletter von Tara Mohr! Den einzigen Newsletter in den letzten Jahren, den ich zu Ende lese :) Das nenne ich Relevanz.

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