Dürre?

Ein paar Gedanken zur trockenen Jahreszeit, vielleicht sogar zum ganzen Jahr.

Franken, April 2019

Ich habe Angst vor Dürre. Diese Woche war ich fast täglich draußen auf den Feldern, weil ich das Training für einen anspruchsvollen Lauf angefangen habe. Auf den ersten Blick blüht alles, ist frisch grün. An den Ansätzen sind die Felder aber ausgetrocknet, dunkelorange, leblos, hilflos. Im Wald haben wir einen sonnigen Weg mit hohen Tannen. Die äußere Reihe ist schon jetzt zur Hälfte ausgetrocknet. Es sieht düster aus. Das ganze Frühlingsblütemärchen ist am Kippen, ich denke ständig: was für ein Fake-Harmoniezustand. Ohne Regen sind wir bald verloren.

Woher die Angst? Früher betrafen mich die Wetterschwankungen nur indirekt. Mein Vater hatte unter seinen Kunden einige große Landwirtschaftsunternehmen. Abhängig von Ernte wurden auch die Honorare definiert — oder vielleicht im Großen die Auftragsvolumen (Rechtsanwalt). Vegetation interessierte mich kaum — die kahlen einsamen Steppen waren auch ohne Dauerhitze und Trockenluft kahl und einsam. Jetzt bin ich anders. Seitdem ich in einem Naturpark wohne und mein Herz dem Outdoorsport verloren habe, spüre ich jede Wetter-Extremität sehr intensiv. Klimaextremität.

„Wann rufen wir den Klima-Notstand auf?“ twittert täglich die wunderbare Milena Glimbovski und ich mit schwerem Herzen atme bejahend auf. „There is no planet B“.

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