Die Illusion zu helfen

Der erste Gastbeitrag in meinem Blog. Yuhuu! Jan zhreibt über ein wichtiges Thema, das heute als „selfcare“ bekannt ist.

Gastautor Jan

Als soziale Mitmenschen wollen wir Anderen helfen. Das tun wir auch, meistens in dem wir unsere Erfahrungen auf Social-Media-Kanälen teilen. Später merken wir, dass diese Hilfe nicht die Welt, sondern wir selbst brauchen. In diesem Gastbeitrag geht es darum, wie wir uns wieder mit uns selbst verbinden können.

Drang, nützlich zu sein
Unsere Generation der 80’er Jahrgänge macht zurzeit eine bemerkenswerte Phase durch. Als junge Erwachsene stehen wir laut einhelliger Meinung der Alten und Weisen „in der Blüte des Lebens“. Wir sind also topp motiviert, das Beste daraus zu machen und etwas zu gestalten. Dieser Gedanke lässt uns nicht los. Wie es jedoch am besten anfangen? Was tun? Häufig neigen wir dazu, erstmal zu schauen, wo wir anderen helfen können. Denn so arbeitet ja unser logischer Versand: damit bewege ich etwas.


Online kann jeder
Dank Social Media können wir unsere Hilfe in die breite Masse streuen. Im ersten Schritt schauen wir, was für „Vorbilder“ dort rumgeistern, schließen uns ein paar an (Follower) oder übernehmen dessen Style. Fortan geben wir ungefragt Tipps und Lebensweisheiten von uns auf Facebook, YouTube oder Twitter, um selbst zu einem Influencer zu werden. Darin sehen wir unsere Erfüllung und plötzlich hat unser Handy Schwierigkeiten, mit dem Laden des Akkus überhaupt noch hinterher zu kommen.


Paradoxon
Die meisten Geräte heute bieten Bildschirmzeiten an, passen die Wärme des Displays bei Dunkelheit an oder erinnern dich daran, dass du langsam auch mal schlafen gehen solltest. Und jetzt die Preisfrage: Fühlen wir uns dadurch nicht wieder bevormundet, wie in Kindheitstagen, als die Eltern die Zeit am Computer, Fernsehen oder die Schlafenszeit festgelegt haben? Sind wir also wieder zu Kindern geworden? Verdammt, wir sind doch junge Erwachsene, die „in der Blüte des Lebens stehen“ 😊!


Überall zu Hause, fremd bei sich selbst
In der Grundsache ist die Handlungsweise, andere online positiv zu beeinflussen, sicherlich nicht verkehrt und macht auch viel Spaß. Insgeheim ist diese Einstellung jedoch sehr bequem. Denn dadurch müssen wir uns nicht mit uns selbst beschäftigen. Die Gefahr ist da, dass wir dadurch nicht aus uns selbst schauen, sondern in einer Körperhülle existieren, während sich unsere Seele für andere aufopfert.


Call for action
Was also tun? Meine Vorgehensweise, der ich schon lange folge und jedem ans Herzen legen möchte:

  • Nicht nur am Bildschirm in das Leben der Anderen ausspionieren, sondern darauf schauen, wer ich eigentlich selbst bin. Die Fragen können sein: Was interessiert mich? Wie möchte ich meine Zeit verbringen?
  • Yoga oder Meditation sind sehr gute Hilfsmittel zum Ausspannen vom quirligen Alltag.
  • Führt die Bildschirmzeiten in der Form ein, indem ihr das Handy weglegt oder ausschaltet.
  • Versucht, am Tag mindestens 1 Stunde nur für sich zu sein. Ein langer Spaziergang oder einfach aus dem Fenster schauen und den Gedanken freien Lauf lassen.
  • Schreibt eure Gedanken auf. Am besten handschriftlich.
    Beantwortet dazu Fragen wie „Welche Schlüsse ziehe ich für mich daraus?“, „Welche drei Dinge waren heute gut?“, „Worauf freue ich mich heute, morgen?“

Viel Erfolg!

Werbeanzeigen