Warum Dafür- besser als Dagegen-Ziele sind

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Diese Folge erscheint zum fast einjährigen Jubiläum des Corona-Lockdowns. Jeder von Ihnen hat seine eigene Lockdown-Geschichte. Meine hatte Anfang Februar eine lehrreiche Phase. Wie eine Werbung auf der Stirn lief in mir der Gedanke: Ich will keine Monotonie, ich will keine Monotonie. Tagelang. Als ich es ausgesprochen habe, habe ich mich ein wenig befreiter gefühlt, da ich jetzt gesagt habe, was ich will. „Keine Eintönigkeit“. Später habe ich gemerkt – diese Phrase sagt immer noch nicht, was ich will. Ein „Nein“ ist kein echtes „Ja“. Und darum geht es heute: ein Dafür ist stärker als ein Dagegen. Die sogenannten Pro-Motive sind kraftvoller als Kontra-Motive.

Nach Frankl ist das Leben ausgerichtet auf Sinn. Aber was ist Sinn? Wenn wir sagen: „Etwas soll einen Sinn haben“ bedeutet es: „etwas soll dahinter sein“. Ein wofür oder anders gesagt – eine Intention, eine Absicht, ein Grund. Also, wir wollen leben; Leben heißt sich ständig entscheiden und diese Entscheidungen sollen sinnvoll sein, d.h. eine Intention haben. Entscheidungen für etwas, Streben nach etwas, Pro-Motive, sie sind intentional.

Beispiele: „Ich will mich nicht stressen lassen“ ist noch keine – nach Frankl – intentionale Entscheidung. Was will ich denn konkret? Bei „Ich möchte nicht zunehmen“ ist nicht klar: will ich mein Gewicht halten oder reduzieren? „Ich bin gegen Hass“ ist noch nicht „Ich bin für Liebe“. Pro und Kontra, diese Pole sind nicht gleichwertig. Ein Auszug aus der Logik: „Die Wahrheit ist eine Norm für sich und für das Falsche.“  Wenn ich Sie frage, wie viel kostet dieses Glas? Die Wahrheit ist, es kostet 2 Euro. Ihre möglichen Antworten: 1 oder 3 Euro sind falsch. 2 Euro ist wahr an sich und für alle anderen Antworten. Eine wahrhafte, klar formulierte „Ja“-Entscheidung wird über alle Gegen-Entscheidungen stehen.

Ein angenehmer Bonus einer „Dafür“-Entscheidung ist ihre Kraft. Wenn ich ein „Ja“ sage, dann fallen viele „Neins“ ab. Zum Beispiel, wenn ich ein „Ja“ für eine Spielzeit mit den Kindern sage, dann sage ich automatisch ein Nein für das Fernsehgucken oder Buchlesen. Mit einer Für-Entscheidung bekomme ich diese Willensstärke: ich kann lange arbeiten, ich kann Hindernisse abfedern, mich immer wieder motivieren.

Zusammengefasst: Prüfen Sie, ob Sie viele „Nein“-Motive haben und wie Sie diese in „Ja“, Pro-Motive, umwandeln können.