Gönnen

Das Video zum Gönnen sehen Sie auf YouTube. Unten ist der Text.

Wenn ich es nicht bekomme, darf die oder der andere es auch nicht haben.

Gestern habe ich in einer Instagram-Story ein Bild mit zwei Kugeln Eis gesehen. Die Unterschrift dazu: „Heute gönnen“. Das hat mich an das Thema des Gönnens bei Elisabeth Lukas erinnert. Sie ist die bekannteste Schülerin von Viktor Frankl und eine renommierte Logotherapeutin aus Wien. Im heutigen Video gönnen wir uns ihre Weisheit zum Geschenke machen.

Elisabeth Lukas sagt, gäbe es einen „Geschenkewettbewerb“, dann wäre der Testsieger das Gönnen. Es geht darum, anderen etwas Angenehmes zu gönnen: eine Freude, einen Erfolg, Freizeit, Titel, ein spannendes Projekt oder die Anzahl der Likes auf einen LinkedIn-Beitrag. Sie betont, insbesondere im engen Familien- und Bekanntenkreis fällt es Menschen unheimlich schwer. „Wenn ich es nicht bekomme, darf die oder der andere es auch nicht haben“. Viele sehen die Erfolge anderer als persönliche Niederlage. Die Schönheit der anderen verschlechtert das eigene Aussehen. Der Wohlstand der anderen nervt; das Lachen in der Nachbarwohnung stört. Nicht gönnen können macht unglücklich.

Warum ist es so? Aus meiner Sicht geschieht das hauptsächlich aus zwei Gründen.

Erstens, das Bild von der Welt als wäre sie ein Mangel. Das gilt eher für seltene Erden oder Wasser, also Natur-Ressourcen. Aber nicht für Erfolg, Glück oder Liebe. Diese sind nicht real, du kannst sie nicht anfassen – sondern sie sind nur Zustände in uns. Es wird allen reichen, denn nur wir selbst erschaffen sie.

Zweitens, ein Vergleich von zwei unterschiedlichen Leben. Oder wie ein Bekannter sagte: von zwei Universen. Wenn jemand z.B. ein größeres Team zur Führung bekommt oder eine Cover-Story in einem Magazin, dann ändert sich im Leben der anderen Person nichts. Geschweige von ihrem Wert als Person, als Wesen. Es sind zwei parallele, aber unterschiedliche Straßen. Wir können sie nicht vergleichen.

Zusammengefasst, lassen Sie uns das Geschrei „Und wo bleibe ich?“ umwandeln in: „Schön, dass jemandem gut geht.“ Je mehr glückliche, freudvolle und zufriedene Menschen es in der Welt gibt, desto besser. Für Sie, für mich und für die Welt.